Kinder lernen in den Umgang mit digitalen Medien zuhause und in der Schule gleichermaßen

Kinder brauchen Medienkompetenz. Und Eltern sowie Lehrkräfte brauchen Orientierung.

The story behind: Vom Austausch unter Eltern zur Idee bis hin zum Medienführerschein.

"Hat euer Sohn schon ein Handy?" Diese Frage stellten wir mal unserem Freund Peter (den es wirklich gibt), dessen Kind etwas älter ist als unseres. Und staunten, als er sagte "Ja, aber es gab eine Bedingung. Dass wir vorher zusammen alles gemeinsam durchgehen und er wirklich versteht, was er damit macht – und wovor er sich schützen muss. Da gab es eine Menge Quellen und Angebote – aber leider nichts, das alle modernen Anforderungen vereint wie so ein Medienführerschein. Ich habe ewig gesucht, bis ich mit meinem Kind Stück für Stück Handy- und Internetnutzung durchgehen konnte."

Das ist Peter 👇

Warum unsere Frage an Peter? Ganz einfach: Die Debatte um Social Media und Kinder ist in vollem Gang und ist nur eine von vielen Diskussionen, die sich um unsere Kinder und deren Medienkonsum drehen. Und es wurde auch schon etwas erreicht: Die Leopoldina – Deutschlands höchste wissenschaftliche Autorität – empfiehlt, dass Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts haben sollten. Nun muss die Politik aktiv werden.

Wir sagen: Gut so. Kinder brauchen Schutz. Nicht nur im Social Media, sondern im gesamten Digitalspektrum. Und sie brauchen noch etwas anderes: die Fähigkeit, sich selbst zu schützen.

Die Leopoldina empfiehlt neben Altersgrenzen ausdrücklich einen „digitalen Bildungskanon" für Kitas und Schulen. Die Wissenschaft ist sich einig: Medienkompetenz kann nur im Umgang mit Medien erlernt werden – nicht durch Fernhalten.

Und darum geht es: Kinder umfassend für die Themen wie die Bedeutung der eigenen Privatsphäre im Netz, wichtige Einstellungen im ersten Profil in Social Media, Hate Speech, Cybermobbing und Fake News vorzubereitet. Denn die Gefahren sind sehr real. Studien belegen: 62% der Jugendlichen erleben Cybermobbing, jedes vierte Kind wird Opfer von Cybergrooming, fast ein Viertel der Betroffenen entwickelt Suizidgedanken, und über 25% zeigen eine riskante Social-Media-Nutzung – mit dramatischen Folgen für die psychische Gesundheit, darunter Depressionen, Angststörungen und soziale Isolation. 

Was in den meisten Angeboten fehlt: Viele Programme zeigen Kindern, wie sie Technik bedienen. Aber kaum eines erklärt ihnen, wie das System dahinter funktioniert – und warum das wichtig ist. Zum Beispiel: 

👉 Wer entscheidet eigentlich, was ich auf Social Media sehe?

👉 Woher weiß der Feed so genau, was mir gefällt?

👉 Warum sammeln Webseiten meine Daten – was interessiert die, was ich tue?

👉 Warum sind meine Daten so viel wert?

👉 Warum ist es so schwer, die App zu schließen und das Handy wegzulegen?

Hinter jeder App, jedem Feed und jedem Like stecken Geschäftsmodelle, Algorithmen und Entscheidungen – von Menschen gemacht, mit einem Ziel: unsere Aufmerksamkeit so lange wie möglich zu halten. Kinder, die das verstehen, treffen bessere Entscheidungen. Nicht weil ihnen jemand etwas verboten hat – sondern weil sie durchschauen, wie das Spiel funktioniert. 

Wir gingen mit der Idee zum Medienführerschein raus an unser Netzwerk und fanden sofort viele andere Begeisterte, die mit ihrer Profession (Social Media, Content, Medienpsychologie, Design) mitwirken wollten. Auch Lehrkräfte aus unserem Umfeld waren von Anfang an dabei.

Ein Jahr später ist er da, der Medienführerschein der OnlineCrew.

Porträtfoto von Ulrike Dobelstein-Lüthe
Ulrike Dobelstein-Lüthe
Geschäftsführerin, Fürstenberg Foundation
„In meiner Arbeit mit der Fürstenberg Foundation erlebe ich täglich, wie sehr Kinder und Jugendliche Orientierung im Netz brauchen – und wie allein Eltern dabei oft gelassen werden. Der Medienführerschein der OnlineCrew setzt genau dort an: Er gibt Kindern konkrete Kompetenzen an die Hand, um sich sicher und selbstbestimmt online zu bewegen – und gibt Eltern die Möglichkeit, wirklich mitzumachen. Ein Angebot, das längst überfällig war."
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Purpose

Wir glauben daran, dass der Medienführerschein der OnlineCrew Kinder befähigt, ihre Zeit im Netz bewusst, fair und sicher zu gestalten. In kurzen Leveln lernen sie, sich fair im Klassenchat zu bewegen, ihre Privatsphäre zu schützen, sich vor ungewollten In‑App‑Käufen, Cybermobbing sowie Cybergrooming zu schützen, auf ihre Gesundheit und Balance zu achten und Fakten, Bilder und Videos nach ihrer Wahrheit zu checken – begleitet von CrewChecks, Badges und Level-Updates für die Eltern.

Die technische Grundbedienung von Gerät und Browser liegt bewusst bei den Eltern; wir unterstützen sie mit klaren Checklisten.

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Mission

Die OnlineCrew macht Kinder gemeinsam mit der Klasse und Eltern handlungsfähig im Netz – mit kurzen Levels, die aus Wissen soziales Miteinander machen, online und offline. Wir trainieren Klassenchat-Fairness, Privatsphäre & Online-Käuferschutz, Detox-Routinen und Fakten-Checks – jedes Level endet mit einer Übung (CrewChecks) und einem Badge, begleitet von einem Level-Update für Eltern.

Unser Ziel: mehr Respekt, mehr Sicherheit, mehr Ruhe – sichtbar im Chat, spürbar zu Hause und in der Klasse.

Vision

Familien und Klassen werden zu OnlineCrews, in denen Respekt, Faktenkompetenz, Privatsphäre und Fakten-Check im digitalen Raum selbstverständlich sind – sichtbar im Chat, spürbar überall.

Kinder treffen kluge Entscheidungen im Netz, helfen einander und holen Hilfe, wenn nötig; Eltern und Lehrkräfte erleben Ruhe und bewusstes Handeln statt digitalen Dauerkonsum und Dauerstreit, weil alle wissen, was zu tun ist und wie.

So wird Medienkompetenz vom guten Vorsatz zum Alltagskönnen.

Was passiert mit den Einnahmen des Medienführerscheins? 

Wir wollen Positives bewirken. Der Medienführerschein soll dafür ein wesentlicher Hebel sein. Die Umsätze, die wir mit unserem Onlinekurs erwirtschaften, müssen nach dem Gemeinnützigkeitsprinzip in der gemeinnützigen Organisation bleiben und dürfen nur für den gemeinnützigen Zweck verwendet werden.

Zudem wollen wir jedes Jahr mindestens die Hälfte unserer Erträge an andere gemeinnützige Organisationen spenden, die sich dem Wohl und dem Schutz unserer Kinder verschrieben haben.

Ihr kennt eine gemeinnützige Organisation, die sich genau darum kümmert? Dann schlagt sie uns gerne vor!

Gemeinnützigkeit und Zusammenhalt

EU‑Kompetenzrahmen und UN-Nachhaltigkeitsziele

Der Medienführerschein der OnlineCrew orientiert sich am EU‑Kompetenzrahmen DigComp und stärkt gezielt zentrale digitale Fähigkeiten wie Informationsbewertung, Kommunikation, Sicherheit und Problemlösung. 

In kurzen Levels lernen Kinder, wie sie Klassenchats fair nutzen, Informationen und Medieninhalte kritisch prüfen, ihre Privatsphäre schützen, sich vor unkontrollierten In‑App‑Käufen, Cybermobbing und Cybergrooming schützen und mit ihrem Medienkonsum bewusster umgehen. Ergänzt wird dies durch die Anforderungen der UNESCO‑Rahmen für Media and Information Literacy (MIL) sowie dem Kompetenzrahmen der Kultusministerkonferenz – mit dem Ziel, reflektierte, verantwortungsvolle und selbstbestimmte Mediennutzung als Grundlage digitaler Mündigkeit aufzubauen.

Mit dem Medienführerschein zahlen wir außerdem auf mehrere der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) ein: Durch den strukturierten Lernweg mit 18 kurzen Leveln leisten wir einen Beitrag zu hochwertiger Bildung (SDG 4) und zu mehr Gesundheit und Wohlergehen, indem wir Stress, FOMO, Cybermobbing und Cybergrooming thematisieren und Hilfswege aufzeigen (SDG 3). 

Indem Kinder lernen, Zusammenhalt in der Klasse zu stärken, Konflikte fair zu lösen, Fakes zu erkennen, verantwortungsvoll mit Geld in Apps umzugehen und digitale Rechte wie Privatsphäre und Bildrechte zu respektieren, unterstützen wir zudem Ziele wie weniger Ungleichheiten (SDG 10), verantwortungsvollen Konsum (SDG 12) und friedliche, gerechte und starke Institutionen (SDG 16) – immer eingebettet in eine OnlineCrew‑Kultur aus Respekt, Verantwortung und Miteinander.