„Hat euer Sohn schon ein Handy?“ Diese Frage haben wir unserem Freund Peter gestellt, dessen Kind etwas älter ist als unseres. Seine Antwort hat uns überrascht.
„Ja, aber unter einer Bedingung: Wir gehen vorher alles gemeinsam durch, damit er wirklich versteht, was er damit macht und wovor er sich schützen muss. Es gibt viele Quellen und Angebote, aber nichts, das alles vereint wie ein Medienführerschein. Ich habe ewig gesucht, bis ich mit meinem Kind Stück für Stück durch Handy und Internet gehen konnte.“
Das ist Peter. Den gibt es wirklich.
Aus diesem Gespräch wurde eine Idee. Wir sind damit in unser Netzwerk gegangen und haben sofort viele Begeisterte gefunden, die mit ihrem Beruf mitwirken wollten: aus Social Media, Content, Medienpsychologie und Design. Auch Lehrkräfte aus unserem Umfeld waren von Anfang an dabei.
Nach einem Dreivierteljahr war es so weit: Am 1. Juni 2026 ist der Medienführerschein der OnlineCrew gestartet.
Seitdem bereitet er Woche für Woche Kinder auf das Leben mit digitalen Medien und die sichere Nutzung des Internets vor.
Klassenchat, Social Media und Games gehören zum Alltag unserer Kinder. Die Risiken sind real, das zeigen aktuelle Studien.
Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren war schon selbst von Cybermobbing betroffen. Fast zwei Drittel haben es selbst oder im direkten Umfeld erlebt.
Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat schon Cybergrooming erlebt. Bei den unter 14-Jährigen sind es 16 Prozent.
der 10- bis 17-Jährigen nutzen Social Media riskant oder krankhaft. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2019.
Die Folgen können tief gehen: Fast ein Viertel der von Cybermobbing Betroffenen berichtet von Suizidgedanken (Cyberlife V, Bündnis gegen Cybermobbing 2024).
Die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, empfiehlt, dass Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts haben sollten. Zugleich spricht sie sich für einen digitalen Bildungskanon in Kitas und Schulen aus.
Am 24. Juni 2026 hat die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ der Bundesregierung 56 Handlungsempfehlungen vorgelegt. Darunter: digitale Bildung in der Grundschule stärken, Eltern alltagstauglich beraten und an Schulen verbindliche Konzepte für die Nutzung digitaler Geräte schaffen.
Wir sagen: Gut so. Kinder brauchen Schutz, nicht nur bei Social Media, sondern in der ganzen digitalen Welt. Und sie brauchen noch etwas: die Fähigkeit, sich selbst zu schützen.
Viele Programme zeigen Kindern, wie sie Technik bedienen. Kaum eines erklärt, wie das System dahinter funktioniert und warum das wichtig ist. Zum Beispiel:
Hinter jeder App, jedem Feed und jedem Like stecken Geschäftsmodelle, Algorithmen und Entscheidungen von Menschen, mit einem Ziel: unsere Aufmerksamkeit so lange wie möglich zu halten.
Kinder, die das verstehen, treffen bessere Entscheidungen, weil sie durchschauen, wie das Spiel funktioniert.
Wir wollen Kinder befähigen, ihre Zeit im Netz bewusst, fair und sicher zu gestalten. Dafür setzen wir auf Verstehen: Kinder sollen wissen, was um sie herum passiert.
Wir machen Kinder zusammen mit ihrer Klasse und ihren Eltern handlungsfähig im Netz. In kurzen Leveln trainieren sie Fairness im Klassenchat, den Schutz ihrer Privatsphäre, den Umgang mit Kostenfallen, Pausen vom Bildschirm und den Check von Fakten. Jedes Level endet mit einem CrewCheck und einem Badge, die Eltern bekommen ein Update.
Unser Ziel ist mehr Respekt, mehr Sicherheit und mehr Ruhe, im Klassenchat genauso wie zu Hause und in der Schule.
Respekt, Privatsphäre und der Check von Fakten sind im digitalen Raum selbstverständlich. Kinder treffen kluge Entscheidungen, helfen einander und holen sich Hilfe, wenn sie sie brauchen. Eltern und Lehrkräfte erleben weniger Dauerstreit, weil alle wissen, was zu tun ist.
Wir wollen Positives bewirken, und der Medienführerschein ist dafür ein wichtiger Hebel. Als gemeinnützige Organisation verwenden wir alle Einnahmen ausschließlich für unseren gemeinnützigen Zweck.
Zudem wollen wir jedes Jahr mindestens die Hälfte unserer Erträge an andere gemeinnützige Organisationen spenden, die sich für das Wohl und den Schutz von Kindern einsetzen.
Ihr kennt eine Organisation, die genau das tut? Dann schlagt sie uns gerne vor.
Organisation vorschlagenDer Medienführerschein folgt anerkannten Rahmen für digitale Bildung und Nachhaltigkeit.
Der Medienführerschein orientiert sich am EU-Kompetenzrahmen DigComp und stärkt zentrale digitale Fähigkeiten wie das Bewerten von Informationen, Kommunikation, Sicherheit und Problemlösung.
Ergänzt wird das durch den UNESCO-Rahmen für Media and Information Literacy (MIL) und den Kompetenzrahmen der Kultusministerkonferenz. Das Ziel: eine reflektierte, verantwortungsvolle und selbstbestimmte Mediennutzung als Grundlage digitaler Mündigkeit.
Mit dem Medienführerschein zahlen wir auf mehrere der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ein:
Der strukturierte Lernweg mit 18 kurzen Leveln ist ein Beitrag zu hochwertiger Bildung. Indem wir Stress, FOMO, Cybermobbing und Cybergrooming ansprechen und Hilfswege zeigen, stärken wir Gesundheit und Wohlergehen. Und wenn Kinder lernen, Zusammenhalt in der Klasse zu stärken, Konflikte fair zu lösen, Fakes zu erkennen, verantwortungsvoll mit Geld in Apps umzugehen und Rechte wie Privatsphäre und Bildrechte zu achten, unterstützt das die übrigen Ziele.
Schaut euch an, wie der Medienführerschein aufgebaut ist, und testet drei Level kostenlos.